Warum Körper- und Bewegungsarbeit?

Wir haben alle eine angeborene natürliche Fähigkeit, auf unseren Körper zu hören und ihn in unsere Entscheidungen miteinzubeziehen, die oft nur leider im Laufe unseres Lebens aufgrund unserer Lebensgeschichte und daraus folgenden Konditionierungen verschüttet wurde. Das ist ein großer Verlust in Sachen Selbstbestimmung!

Der Körper begleitet uns ein Leben lang, von der ersten Zelle an, und hat sein eigenes, weises Gedächtnis. Ich bin daher tief überzeugt, dass der Körper eine authentische, oft vergessene Quelle zu unseren Glaubensmustern ist. Ich glaube auch, dass er eine große Ressource ist, die wir ganz unterschiedlich nutzen können, um Veränderung, mehr Stabilität und Freude in unser Leben zu bringen. Wenn wir wieder lernen, tief in unseren Körper hinein zu hören, in ihm zu ‘ruhen’ und ihm erlauben, in seiner eigenen Sprache zu sprechen, stärkt das unsere ‘Seinsqualität’ im Hier und Jetzt. So erlangen wir auch wieder den Zugang zu einer tiefen, weisen, authentischen Wissensquelle in uns selbst, die uns hilft unser Leben in unserem Sinne zu gestalten und alte Glaubensmuster zu transformieren. Der Körper findet auch oft eigene Wege zu mehr Heilung und Freiheit, wenn man ihm den Weg dafür freimacht. Dieser Ansatz kommt aus der buddhistischen Psychotherapie, die die Hakomi®– und Moving Cycle-Methoden als Ansatz verwenden. Es braucht oft nur anfangs Unterstützung, um in dieser natürlichen Fähigkeit wieder mehr Raum in uns zu bekommen.

Die Sprache des Körpers wird in den Prozess mit einbezogen

Körperwahrnehmungen, Spannungsmuster und Bewegungsimpulse sind wichtige Bestandteile der Arbeit und der Körper wird auf unterschiedliche Art eingeladen im gegenwärtigen Moment zu den Themen in seiner Sprache, nämlich Empfinden, Ausdruck und Bewegung zu ‘sprechen’. Hierbei gibt es keine Erwartungen, nichts muss sein oder passieren, denn auch ein Impuls sich ‘nicht zu Bewegen’ kann ein wertvoller Ausdruck sein. Oft steckt viel Weisheit in den Körperwahrnehmungen und Bewegungen, die wir zum Teil unbewusst machen und diese Weisheit nutzen wir für den Prozess.
Oft sind es kleine, feine Wahrnehmungen und Bewegungen die wir im Alltag z. T. kaum bemerken, die uns eine Spur geben können und es lohnt sich daher, ihnen mehr Raum zu geben, damit sie sich und ihre Botschaften deutlicher zeigen können. Das kann ganz unterschiedlich aussehen und mal ganz laut und offensichtlich, oft aber auch ganz leise geschehen.
Genauso nutzen wir auch den Körper, um Neues zu Verkörpern, z.B. eine gewünschte innere Haltung mit dem Körper zu verstärken oder zu verankern – Das kann ganz unterschiedlich aussehen und sogar auch mal richtig Spaß machen.

So lange wir leben ist Bewegung immer da, sei sie noch so klein – wir können ihr uns also jederzeit wieder bewusster zuwenden, ihrer Weisheit lauschen und ihre Kraft im Hier und Jetzt nutzen. Das ist in uns programmiert, wir haben es nur im Laufe unseres Lebens oft verlernt…
Es kann doch dann nur gut für uns sein, wenn wir unserem Körper wieder sein natürliches Wirkungsfeld zurückgeben und somit ein besseres Gleichgewicht in unserem Gesamtsystem erlangen…

Photo: Ahmad Odeh on Unsplash